Lutherischer Weltbund

Afrika

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Kirchliche Frauenversammlung, LCN (Nigeria)

Das Afrika-Programm leistet den LWB-Mitgliedskirchen und anderen lutherischen Kirchen und Gemeinden in Afrika personelle und finanzielle Unterstützung und stellt Kontakte zwischen ihnen her. Im Rahmen des Auftrags zu Verkündigung, Dienst und Anwaltschaft für Gemeinschaften leistet es Beratungsarbeit, führt regionale Programme durch und begleitet Projekte einzelner Kirchen. Die Region Afrika umfasst 36 lutherische Kirchen, von denen 31 Mitglieder des LWB sind.

Regionalbüro in Afrika, Nairobi

Die afrikanischen LWB-Mitgliedskirchen haben insgesamt 17,13 Millionen Mitglieder in 23 Ländern, die sich über den östlichen, westlichen, den zentralen und den südlichen Teil des Kontinents verteilen. Die meisten dieser Kirchen wurden im Rahmen der traditionellen Missionsarbeit westlicher MissionarInnen gegründet. Heute gibt es in Afrika jedoch auch lutherische Kirchen, die durch Süd-Süd-Missionsinitiativen von den AfrikanerInnen selbst eingerichtet wurden. Das Regionalprogramm Afrika unterstützt diese Initiativen.

Eine der wichtigsten Aufgaben der Kirchen in Afrika besteht darin, Brücken zu bauen und die zwischenkirchliche Gemeinschaft über die von den Kolonialmächten gezogenen künstlichen Grenzen hinweg zu stärken. Da der LWB die Vision lutherischer Gemeinschaft fördert, setzt sich das Afrikareferat für die Unterstützung subregionaler Ausprägungen von Gemeinschaft ein. Dabei handelt es sich um die Lutherische Gemeinschaft in Zentral- und Westafrika (Lutheran Communion in Central and Western Africa, LUCWA), die Lutherische Gemeinschaft in Zentral- und Ostafrika (Lutheran Communion in Central and Eastern Africa, LUCCEA) und die Lutherische Gemeinschaft im südlichen Afrika (Lutheran Communion in Southern Africa, LUCSA). Das Regionalbüro in Afrika hat seinen Sitz in Nairobi (Kenia) und koordiniert als Aussenstelle des Afrikareferats die Dienste und Programme der Region, um die kirchliche Gemeinschaft weiter zu stärken.

Das Regionalprogramm Afrika begleitet die Mitgliedskirchen bei der Durchführung mehrerer Programme. Halbjährlich findet eine Konsultation der KirchenleiterInnen statt, um über Chancen und Herausforderungen in der Missionsarbeit zu diskutieren. Der Beratungsausschuss für theologische Ausbildung in Afrika (ACTEA) tagt einmal im Jahr, um theologische Lehrpläne zu überprüfen und die Kirchen im Blick auf ihre theologischen Ausbildungsprogramme zu beraten.

Gegenwärtig unterstützt ACTEA ein Projekt, das die Ausarbeitung kontextueller theologischer Lehrmaterialien zum Ziel hat. Eine der ersten Aufgaben dieses Projekts besteht darin, ein Buch über kontextuelle Seelsorge und Beratung zu verfassen.

Die Koordinierung des Programms für Missionsinitiativen mit den "Joint Mission Boards", denen Süd-Süd-Partnereinrichtungen der Kirchen wie auch ihre Partner aus dem Norden angehören, spielt eine wichtige Rolle bei der Begleitung der jüngeren Kirchen, die auf Initiative von Kirchen aus Nachbarländern entstanden sind. Die Tagungen der "Joint Mission Boards" finden jährlich in der Demokratischen Republik Kongo, in Malawi und Mosambik statt. Dieser multilaterale Ansatz in der gemeinsamen Missionsarbeit hilft auch den älteren und grösseren Kirchen, ihrer missionarischen Berufung gerecht zu werden.

Wenn Kirchen wachsen, können Konflikte entstehen, da sie im Wachstumsprozess einen neuen Führungsstil und zeitgemässe Strukturen anstreben, die häufig eine Verbesserung der Beziehungen und mehr Transparenz voraussetzen. Bisweilen wird das Afrikareferat um Vermittlung zwischen den Beteiligten gebeten, damit Versöhnung erreicht und der Frieden wiederhergestellt werden kann. Das Referat begleitet die lutherischen Kirchen in ihrem Bemühen, sich den Herausforderungen der Urbanisierung zu stellen. Während eines Workshops für Stadtseelsorge, der im August 2001 in Nairobi stattfand, wurden neue Arbeitsschwerpunkte festgelegt, die darauf abzielen, die Gemeinden mit wirksamen Instrumenten gegen die akuten Probleme städtischer Armut, gegen die HIV/AIDS-Pandemie, den Verfall kultureller Wertvorstellungen, Arbeitslosigkeit, Wohnungsmangel etc. auszustatten. Dieser neue Ansatz erfordert eine enge Zusammenarbeit der Kirchen mit Zivilgesellschaft und Regierungsbehörden, so dass den städtischen Problemen effektiver begegnet werden kann.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Afrikareferent
Pfr. Dr. Musa P. Filibus 
E-Mail: mfi@lutheranworld.org

Verwaltungsassistentin
Margarita Thilby 
E-Mail: mth@lutheranworld.org

 

Konferenz lutherischer KirchenleiterInnen in Afrika

9. bis 14. November in Windhoek (Namibia)
„Aus Isolation zur Gemeinschaft: Zur Heilung Afrikas“

Hier finden Sie weitere Informationen.