Lutherischer Weltbund

Frauen in Kirche und Gesellschaft

Frauen in Kirche & Gesellschaft

Die Sechste Vollversammlung des LWB 1977 in Daressalam (Tansania) ebnete den Weg für die Einrichtung des LWB-Frauenreferats. Auf dieser Vollversammlung wurde festgehalten, dass sowohl Frauen als auch Männer zum Bilde Gottes geschaffen und mit den gleichen Rechten und der gleichen Mitverantwortung für die gesamte Schöpfung Gottes ausgestattet sind. Diese klare Aussage impliziert, dass Frauen in Gottes Mission nicht nur mitwirken sollen. Sie müssen auch leitende Funktionen übernehmen können. Christi Heilshandeln und die gleichberechtigte Rolle, die er Frauen zuerkannte, geben Frauen den Auftrag, die gute Nachricht des Evangeliums zu verkünden und anderen mitzuteilen. Unsere Taufe und unsere Teilnahme am Abendmahl erinnern uns immer wieder daran, dass wir eine wahrhaft integrative Gemeinschaft aufbauen müssen. Das Ausgiessen des Heiligen Geistes über alles Fleisch gibt den Frauen die Kraft, umfassender in den verschiedenen Diensten der Kirche mitzuwirken.

Frauen in Kirche & Gesellschaft (FKG) – wie das Frauenreferat heute heisst – setzt bei der Planung seiner Programme primär auf zwei unterschiedliche methodische Ansätze:

  • In einem praktischen Ansatz engagiert es sich konkret für die vielfältigen Bedürfnisse von Frauen.

  • In einem strategischen Ansatz erarbeitet es Richtlinien für die Gleichstellung der Geschlechter, die für die Strukturen in der Gemeinschaft bestimmend sind.

Die wichtigsten Arbeitsbereiche von FKG basieren auf diesen Ansätzen und verfolgen vier Hauptziele:

  • Ausbildungsförderung für Frauen, Einbeziehung der Sichtweisen von Frauen in theologische Ausbildung, Gottesdienst, Liturgie und Gemeindeleben (z. B. durch die Konferenz über „Frauen und Spiritualität" im Mai 2000 in Bratislava);

  • Durchführung von Programmen, Diskussionen, Forschungsprojekten und Untersuchungen zum Status von Frauen, um deren volle Beteiligung an Leben und Zeugnis der LWB-Mitgliedskirchen voranzubringen (Beispiele solcher Forschungsprojekte sind die Veröffentlichung von „Grenzen überwinden. Das Frauenreferat im Lutherischen Weltbund – Geschichte und Analyse" von Gabriele Peetz im Jahr 1999 und das Studiendokument „Kirchen sagen ‚NEIN‘ zu Gewalt gegen Frauen" im Jahr 2000); Hier finden Sie das LWB-Dokument „Kirchen sagen ‚NEIN‘ zu Gewalt gegen Frauen" in deutscher, englischer, französischer oder spanischer Sprache. (Diese Links erfordern Adobe Acrobat Reader) 

  • Informationsarbeit, Anwaltschaft und Netzwerkkontakte mit ökumenischen Organisationen, den Vereinten Nationen und Nichtregierungs-Organisationen (NGOs), um Frauen die Möglichkeit zu geben, global zu denken und lokal zu handeln (z. B. Teilnahme an der Tagung der UN-Kommission über den Status von Frauen 2001 in New York und an einem ökumenischen Teambesuch in Sierra Leone);

  • Lobbyarbeit für die Gleichstellung der Geschlechter in der Gemeinschaft (z. B. Schulung der LWB-MitarbeiterInnen in Geschlechterfragen während der Sitzungswoche des LWB im Oktober 2000 oder die Vorlage eines Papiers zur Gender-Thematik in der Entwicklungsarbeit auf einer Tagung des Projektausschusses der Abteilung für Mission und Entwicklung (AME) im Mai 2001 in Madagaskar).

Die Weiterleitung von Nachrichten aus den Kirchen an das Frauenreferat über ein gut funktionierendes Netzwerk von RegionalkoordinatorInnen und Kontaktpersonen sorgt dafür, dass FKG stets über laufende Entwicklungen informiert ist. Zudem versetzt dieses Netzwerk FKG in die Lage, seinerseits Informationen zu verbreiten sowie die gemeinsame Vision zu teilen und sich in Zusammenarbeit mit anderen für eine integrative Gemeinschaft zu engagieren. Das Netzwerk wächst und intensiviert seine Kontakte dadurch, dass FKG mit ökumenischen Partnereinrichtungen und internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen daran arbeitet, Frauenfragen zu einem zentralen Anliegen in Kirche und Gesellschaft zu machen.

FKG wird sich in den nächsten Jahren darauf konzentrieren, eine Berücksichtigung der Gender-Thematik in allen Bereichen zu fördern; Fragen der Gleichberechtigung in die theologische Ausbildung zu integrieren, um einen Wandel zu ermöglichen; ein Handbuch über Bildungsangebote zur Geschlechterfrage für die Verwendung in Gemeinden vorzubereiten und die Kirchen in ihrer Ablehnung von Gewalt gegen Frauen zu bestärken.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Referentin für Frauen in Kirche & Gesellschaft
Priscilla Singh
E-Mail: prs@lutheranworld.org